Umdenken..

Eigentlich bin ich ja ganz zufrieden mit meinem Kubuntu-Linux, was jetzt schon länger auf meinem Rechner zu Hause läuft. Allerdings fühle ich mich mit dem Betriebssystem noch nicht ganz so „verbunden“, wie es unter Windows immer war.

Klar, Linux ist toll. Linux ist kostenlos, es ist inzwischen einfacher zu bedienen als Windows, es ist stabil, es sorgt dafür, dass nie Langeweile aufkommt – und doch muss man sagen: Linux hat große Schattenseiten.

Heute wollte ich z.B. mal wieder Half-Life 2 zocken (das meiner Meinung nach genialste Spiel was es je gab). Ich habs mit Wine versucht, mit Cedega und sogar diesem Crossover Linux – so richtig „rund“ lief es nie. Linux ist zwar nicht zum Zocken gemacht, aber ich hab eigentlich gedacht, dass ich über Umwege doch noch dazu komme – da hab ich mich wohl geirrt. HL2 läuft unter Linux einfach „unbrauchbar“. Wo ich unter Windows mit meinem Rechner stolze 60FPS+ sehen konnte, habe ich unter Linux mal gerade so 20-30FPS. Naja, nachdem ich Half-Life 2 dann auf meiner XBox gespielt habe, wollte ich allerdings noch schnell(!) ’ne DVD umwandeln, da ’n Kumpel sich den Film abholen wollte – schnell? Fehlanzeige. Ich habe K9Copy, dvd::rip und xDVDShrink ausprobiert: Für eine DVD9 brauchten alle Programme so ~40 Minuten – wie geht das? DVDShrink unter Windows braucht komischerweise nur etwas unter 20 Minuten für eine konvertierung von DVD9 auf DVD5. Was macht Linux mit meiner Leistung? Ich meine, die Power meines X2 4200+ mit seinen 2GB RAM im Dual-Channel kann ja nicht einfach so „weg“ sein?

Da kam sie mir, die Frage aller Fragen: Warum habe ich vor ca. einem Jahr eigentlich so viel Kohle in meinen Rechner investiert, wenn ich darauf jetzt ein – wenn auch kostenloses – Betriebssystem laufen lasse, welches die Leistung des Rechner praktisch nicht ausnutzt? Ich habe zu wenig Hardware/Linux-Wissen um jetzt sagen zu können, wo der Flaschenhals sitzt, aber ich war ehrlich gesagt schon etwas enttäuscht. In den letzten 2 Tagen bin ich relativ hart auf den Boden der Realität zurück geholt worden, sodass ich mich jetzt ehrlich Frage, ob der Umstieg auf Linux so die richtige Entscheidung war. Es sind Kleinigkeiten, die mich stören. So z.B. auch vorhin, als ich einem Kumpel eine Datei per ICQ schicken wollte -> Fehlanzeige. Kopete unterstützt keinen File-Transfer von ICQ zu ICQ. Dann war da noch die Sache mit dem Drucker: Ich habe einen Canon PiXMA IP5000 – Top Teil, muss ich sagen – doch unter Linux unbenutzbar. Weder Treiber, noch Software gibt es, damit ich alle Funktionen nutzen kann. „Turbo Print!“, werden jetzt einige rufen, aber: „Are you kidding me?!“ – ich setze doch nicht auf ein kostenloses Betriebssystem, um mir dann Druckertreiber(!) zu kaufen(!) die dazu noch properitäre(!) Software sind.

Ganz ehrlich? Im Moment bin ich am überlegen, ob ich wieder Windows einsetzen sollte. Für das, was ich mache ist Linux wohl nicht geeignet. Die oben genannten Punkte sind natürlich noch nicht alle, doch alle anderen habe ich weitgehend immer lösen können. Die Frage die sich mir stellt ist halt einfach: Wenn ich mir einen Rechner kaufe, nach langer Recherche, damit alles perfekt aufeinander abgestimmt ist – Will ich diese Power dann nicht auf einsetzen? Mir ist mein Rechner ehrlichgesagt zu schade für Linux – so traurig es auch klingt.

Mal sehen was das Wochenende bringt – Windows Vista wirds wohl nicht, aber ich kann mir gut vorstellen ab Sonntag Nachmittag wieder von Windows XP aus zu bloggen.

2 Gedanken zu „Umdenken..

  1. Ich mach das schon „ausm Handgelenk“ 😉
    Da wir auf der Arbeit extrem viel Dokumentationen schreiben, hat sich das bei mir so eingespielt 😀

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