Mein Wochenende: XML-RPC, cURL und ganz wenig PHP

Letztes Wochenende hatte ich wirklich keine Lust etwas spannendes zu tun. Ich hätte auf einen Geburtstag gehen können, jedoch hat mir dazu die Motivation gefehlt. Stattdessen habe ich den kompletten Samstag und halben Sonntag vor dem Rechner verbracht und eines der merkwürdigsten Projekte gestartet (und zueende gebracht), die ich jemals angefangen habe:

www.blogwolke.de

Blogwolke.de ist ein Blogverzeichnis. Nicht mehr, nicht weniger. Was bringt ein Blogverzeichnis? Richtig: Backlinks. Wer Backlinks für seine Seiten braucht, der ist mit Blogverzeichnissen gut bedient. Doch bevor ich hier erkläre was das ganze bringt, kommen wir lieber zu den spannenden Dingen: Der technische Hintergrund.

Die Ziele waren einfach: Der Benutzer soll mit minimalem Aufwand zum Erfolg kommen. Viele Blogverzeichnisse nutzen zum Tracking der Blogs sogenannte „Publicons“, die der Benutzer auf seinem Blog einbindet. Diese Idee wollte ich übernehmen – alles andere jedoch nicht.

Wie also minimiert man den Aufwand für den Nutzer? Es gibt zwei Regeln:

  • Es muss einfach sein
  • Es muss automatisch ablaufen

Umgesetzt habe ich das ganze nun über XML-RPC, cURL und ganz ganz wenig PHP-Code. Erstmal brauchte ich eine Grundlage. Wieso dazu nicht einfach ein bestehendes, sehr gutes Blog-System nutzen. Gesagt getan und WordPress aufgesetzt. Warum WordPress? Ganz klar: Haufenweise Plugins, gute SEO Optimierung und massig Erfahrung meinerseits.

Der Ist-Zustand ist also: Die Blogs eines Benutzers werden als Post in meine eigene WordPress-Instanz „gepostet“. Wie funktioniert das? Total simpel: Der Benutzer generiert auf der Startseite einen Codeblock. Dieser Codeblock sieht nach „außen“ hin aus, wie ein stink normales Bild mit einem Link. Im Hintergrund jedoch passiert die Magie. Natürlich binde ich keine Datei namens „publicon.png“ ein, sondern eine Datei namens „publicon.php“. Diese PHP-Datei tut erst einmal einige spannende Dinge, bevor sie sich als PNG-Datei outet. Somit passiert also folgendes: Sobald ein Benutzer den Code auf seiner Seite einrichtet, wird per XML-RPC ein neuer Eintrag auf meinem Blog angelegt. Dieser Eintrag (oder Blog-Post) beinhaltet folgendes:

  • die URL der Seite
  • die Meta-Description der Seite
  • die Meta-Keywords der Seite

Die URL der Seite stellt den Post-Namen auf meinem Blog dar. Die Meta-Description wird abgerufen und in den Inhalt gepostet. Die Meta-Keywords bilden auf meiner WordPress-Instanz die Tags (oder Schlagwörter). Mit dieser Kombination, und eingigen WordPress-Plugins ist es nun möglich, eine vollkommen automatisierte Tag-Cloud, eine Top-10-Liste oder ähnliches generieren zu lassen.

Und was passiert nun, wenn der Blog bereits in meinem Verzeichnis vorhanden ist? Hier kommt cURL ins Spiel. cURL „simuliert“ einen Aufruf des Eintrages zum entsprechenden Blog auf dem das Publicone ingebunden wurde. Wozu? Wie sonst sollte ich die Top-Liste generieren lassen?

Das sind sie nun, die Grundfunktionen. Hier und da gibt es noch kleinere Gimmicks. So wird dank der Thumbalizr-API ein Screenshot des eingetragenen Blogs. Außerdem  erscheint das Publicon z.B. ausgegraut (statt blau), wenn ein Fehler bei der XML-RPC-Übertragung aufgetreten ist. Dazu der Code-Generator, der vollkommen „Idiot-Proof „ist und fertig ist das vollautomatische Blog-Verzeichnis.

Zum Abschluss also die Fakten zusammengefasst:

  • das Gesamte Blog-Verzeichnis besteht aus einer WordPress-Instalation
  • ein Eintrag im Blog-Verzeichnis ist nichts anderes als ein WordPress-Post
  • ich benötigte für das gesamte Projekt ca. 2 Tage Arbeit
  • ich benötigte insgesamt 60 Zeilen Quellcode

Was lernen wir daraus? Manchmal muss man nur kreativ sein um mit wenig Aufwand ein schönes kleines Projekt zu starten.

Ob die Seite erfolg hat, weiß ich natürlich nicht. Aber eins weiß ich schon jetzt: Ich habe wieder etwas gelernt 🙂

Ein App Store für den Mac …und warum es jeder mitmachen würde

Gestern habe ich diesen Artikel von 9to5mac gelesen. Die kurze Zusammenfassung lautet in etwa, dass Apple angeblich für MacOS X 10.7 einen App Store plant, wie man ihn bereits auf dem iPad, iPhone und iPod Touch kennt. Das würde also bedeuten, dass Apple nur noch Programme zulassen würde, die von Apple selbst zertifiziert sind (siehe iPhone). Das wäre dann vermutlich auch das Aus für Bittorrent-Clients und co., da das laut Apple sicherlich keine angemessenen Software ist.

In den Kommentaren auf 9to5mac liest man natürlich ausschließlich, dass alle Mac-Nutzer SOFORT wieder zu Windows wechseln würden, wenn solch ein Fall eintritt. Jetzt lasst uns doch mal schauen, wie sich der Otto-Normal-Verbraucher in solchen Situationen verhält.

Als Facebook die Datenschutzrichtlinien um einige noch offenere, noch „Anti-Privatsphäre“-Paragraphen erweitert hat, haben alle gesagt, dass sie das Netzwerk verlassen – das ist natürlich passiert, richtig?

Als Google erklärt hat, dass der Inhalt von E-Mails automatisiert gescannt wird um Personenbezogene Werbung zu generieren haben natürlich alle Leute ihr GMail-Konto gelöscht, stimmt’s?

Als Apple die Entwicklerrichtlinien für Xcode überarbeitet hat, und niemand mehr 3rd-Party-IDEs verwenden durften, sind die Neueinstellungen im App Store schlagartig zurückgegangen, oder?

Die Einführung eines App Stores für den Mac hätte schlicht keine Auswirkungen. Die Leute würden MacOS genau so weiter nutzen wie bisher und sich über evtl. schnellere Apps, weniger Abstürze und einheitliches App-Design freuen – genau wie sie es auch beim iPhone tun. Der Aufschrei der bei solch einer Ankündigung kurz erscheint, ist schneller wieder im Sand verlaufen als er erschienen ist. Und ich meine, Leute die ein komplett offenes Betriebssystem ohne restriktionen haben möchten, die sollten schon jetzt alles andere nutzen, aber kein MacOS.

Was ich dazu sage? Ich nutze auf meinem Macbook Photoshop, Instant Messaging, Twitter, einen Webbrowser und „Coda“ zur Webentwicklung – was stört mich also die Frage nach irgendwelchen Restriktionen? Wir werden schon sehen wie es sich entwickelt. Ich bin jedenfalls froh, dass ich von heute auf morgen auf die Plattform meiner Wahl wechseln kann – aber wer kann das eigentlich nicht?

Bye bye, MobileMe

Heute ist es soweit. Meine MobileMe Mitgliedschaft endet. Warum ich nicht verlängere? Hier ein paar Gründe:

  • die IMAP-Anbindung für User aus Deutschland ist zu langsam
  • es hat ein grotten-schlechtes Webinterface
  • die Filterregeln sind nicht flexibel genug
  • es funktioniert nur mit Apple-Produkten wirklich gut
  • die iDisk ist viel zu langsam
  • es kostet 79€ im Jahr

Wie sich eingefleischte Leser denken können, habe ich meine Mail-Aktivitäten komplett zu Google verlegt.

Wie wichtig ist SEO?

Jeder angehende Webmaster und/oder Blogger fragt sich irgendwann, wie wichtig die Suchmaschinenoptimierung ist. Viele Anfänger sorgen sich erst einmal um das Layout der Startseite und legen Ihren Fokus auf die wiederkehrenden Besucher.

Da ich in letzter Zeit einigen leuten geholfen habe, selbst Blogs im Netz zu etablieren, möchte ich kurz folgende Theorie darstellen: Startseiten sind irrelevant.

Wie komme ich auf diese Aussage? Dank Google Analytics kann ich euch die Statistiken zu den Zugriffsquellen auf geeks2null.de zeigen. Die Seite ist ziemlich Konstant was die Zugriffe angeht. Schaut man sich also folgenden Screenshot an, wird schnell klar was ich meine:

Wie man sieht kommen mehr als 50% der Leser über Suchmaschinen. Was bedeutet das? Nunja, sogut wie alle Leser sehen die Startseite des Blogs nicht. Die Leser, die über eine Suchmaschine kommen, springen direkt in den entsprechenden Artikel. Es ist also nicht nötig, eine schöne, aufgeräumte Startseite zu haben. Da viele User schnell an Informationen kommen möchten, nutzen sie ohnehin eine Suchmaschine anstatt sich zu sagen: „Ich kenne doch da diesen Tech-Blog, mal schauen ob die etwas über Produkt XY geschrieben haben.“

Was die Statistik auch aussagt ist: Der Domain-Name spielt für die Besucher keine Rolle. Früher galt die Philosophie: „Die Domain muss einprägsam sein“. Das gilt heute, meiner Meinung nach, ebenfalls nicht mehr. Google und die anderen Suchmaschinen sorgen anhand von Tags, Sitemaps und co. dafür, dass die Nutzer auch so auf die Artikel des Blogs stoßen. „geeks2null.de“ wird sich sicherlich niemand merken können – trotzdem haben wir konstante Besucherzahlen – und mit ein wenig Arbeit können wir diese auch steigern.

Eine weitere meiner Theorien lautet: Google zählt, sonst nichts.

Wie komme ich darauf? Nun, die Statisik belegt es – und zwar eindeutig:

Es kommen 97,90% aller Besucher über Google auf den Blog. Viele Worte muss ich darüber nicht mehr verlieren. Optimiert eure Seiten für Google – denn alles andere ist irrelevant.

Wie wichtig ist SEO als? Suchmaschinenoptimierung entscheidet über den Erfolg eurer Seite. Optimiert ihr die Seite nicht für Suchmaschinen bzw. speziell für Google, so geht eure Website im Netz unter.

iPhone OS 4 – danke Apple!

Apple hat gestern iPhone OS 4.0 vorgestellt. Ich habe mich eigentlich wirklich auf  das neue Multitasking-Feature gefreut. Multitasking ist eines der wenigen Features, um die ich Android-Nutzer wirklich beneide.
Als Steve Jobs jedoch dann klar gemacht hat, dass mein iPhone 3G aufgrund der „mangelnden CPU-Leistung“ kein Multitasking bekommen wird, war ich nicht wirklich begeistert. Die weiteren Neuigkeiten in iPhone OS 4 bringen mir absolut nichts. Das neue Game Center ist etwas für Kinder. Ich spiele genau ein einziges Spiel auf dem iPhone: Doodle Jump. Und das auch nur, wenn ich z.B. im Auto sitze und auf jemanden warte.

Wenn ich also iPhone OS 4 nutzen möchte, muss ich mir ein neues iPhone kaufen, richtig? Richtig!

Wenn ich also Multitasking auf meinem Smartphone haben möchte, muss ich mir ein neues iPhone kaufen, richtig? Falsch!

Da Apple mich nun dazu zwingt, mir neue Hardware zu kaufen, kann ich mir auch gleich das Ufer wechseln und mir  ein HTC Desire oder ein Google Nexus One kaufen. Dort hab ich Multitasking und einen offenen Marktplatz. Da ich momentan ohnehin auf der Suche nach einem neuen Smartphone bin, werde ich wohl diesen Weg gehen. Multitasking hätte mich sicherlich davon abgehalten.

Danke Steve, du hast mir einen Grund gegeben, zu Google und Android zu wechseln.