Nachtrag: Das Problem der Linux-Community

Heute stand auf pro-linux.de, dass HP jetzt wohl, genau wie Dell, Rechner mit vorinstalliertem Ubuntu-Linux ausliefern will. An sich keine schlechte Idee, da die Rechner auch bei Dell weggehen wie geschnitten Brot. Mir ist das Ganze eigentlich egal, da ich meine nächsten Linux-Ausflug frühstens im Oktober mit Ubuntu „Gutsy Gibbon“ machen werde.

Wenn ihr euch erinnert: Ich habe vor einiger Zeit mal über das Problem der Linux-Community berichtet, indem ich geschrieben habe, dass sich die Linux-Lager untereinander ebenfalls bekriegen. Heute hab ich in den Kommentaren zu besagtem pro-linux.de-Artikel mal wieder ein interessantes Beispiel dazu gefunden.. Das HP sich Ubuntu ausgesucht hat, liegt mit sicherheit an der gigantischen Medien-Präsenz des Betriebssystems, daher ist es auch nicht verwunderlich, dass auch daran wieder rumgemeckert wird. Hier z.B. das Zitat eines Users:

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Re: hyper hyper
Gesendet von <USERNAME> am Mi, 27. Jun um 11:52

Ich kann dieses "Ubuntu hier, Ubuntu da" nicht mehr hören.

Sieht denn keiner die Schwächen dieser Distro?
Alle , auf hunderten Blogs wird es hochgelobt. Es ist nicht mehr
zum Aushalten.

Es gibt so schöne Distributionen: "Linux from Scratch" zum Beispiel.

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Genial, oder? Anstatt sich darüber zu freuen, dass Linux(!) einen weiteren Schritt in richtung Massen-Betriebssystem gemacht hat, wird Ubuntu wieder einmal schlecht geredet. Liegt sowas eigentlich in der Natur des klassischen Linux-Users? Muss ein Linux-User seine Distribution immer verteidigen? Ich find es doch irgendwie sehr lustig, dass die Linux-*Community* es nicht schafft, sich wie eine *Gemeinschaft* zu verhalten und hinter Linux zu stehen. Es geht doch um Linux, oder nicht? Es ist doch egal ob SuSE Linux, Debian Linux, Mandriva Linux oder Ubuntu Linux, oder? Vielleicht sehe ich das ja durch meine Microsoft/Apple-Brille etwas zu „einfach“ und in wirklichkeit herrscht zwischen den Linux-Usern ein erbitterter Kampf um die Distributionsherrschaft 😉

Ich mein, klar, ich würde mich auch ins Zeug legen um meine Distribution bei einem Linux-Marktanteil von ~3% möglichst hoch in diesen 3% anzusetzen. Es ist schon geil, was die Linux-User so vom Stapel lassen.

Immer groß von „Gemeinschaft“ und „Community-Feeling“ quatschen, aber untereinander die Zähne ausschlagen – „Mit $anderes_OS_als_Linux wär das nicht passiert“, würd ich sagen.